GGL fordert verschärfte Durchsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021

Jakob Franke · Oct 11, 2026

GGL fordert verschärfte Durchsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021

Aktuelle Entwicklungen bei der Regulierung von Online-Glücksspiel in Deutschland

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat im Oktober 2026 neue Schritte zur strengeren Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 angekündigt und dabei insbesondere auf Lücken im bestehenden System hingewiesen, während die Behörde gleichzeitig engere Kontrollen für den OASIS-Selbstsperrmechanismus sowie zusätzliche Pflichten für Zahlungsdienstleister fordert.

Erweiterte Kontrollen beim OASIS-Selbstsperrsystem

Im Mittelpunkt der Forderungen steht eine verbesserte Überwachung des länderübergreifenden OASIS-Systems, das Spielern die Möglichkeit bietet, sich selbst von allen lizenzierten Anbietern auszuschließen, denn aktuelle Prüfungen haben gezeigt, dass technische und organisatorische Schwachstellen bestehen, die eine Umgehung erleichtern können, und die GGL daher auf einheitlichere Datenabgleiche sowie schnellere Sperrverfahren drängt, um den Schutz vor problematischem Spielverhalten zu stärken.

Anforderungen an Zahlungsdienstleister

Zugleich sollen Zahlungsdienstleister stärker in die Pflicht genommen werden, Transaktionen an nicht lizenzierte Anbieter zu blockieren, wobei die Behörde auf bestehende gesetzliche Grundlagen verweist und eine engere Zusammenarbeit mit Banken und Finanzdienstleistern anstrebt, um illegale Geldflüsse frühzeitig zu unterbinden, und diese Maßnahmen sollen künftig durch regelmäßige Berichte und Kontrollen untermauert werden.

Diskussionen über Einsatz- und Einzahlungslimits

Die laufenden Gespräche drehen sich auch um die aktuellen Limits von einem Euro pro Spin bei Automatenspielen sowie einer monatlichen Einzahlungsgrenze von tausend Euro, die bei Bedarf individuell angepasst werden können, und die GGL prüft hier verschiedene Szenarien, die sowohl den Spielerschutz als auch die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes berücksichtigen sollen, während Daten aus behördlichen Auswertungen die Grundlage für mögliche Anpassungen bilden.

Zahlungsverkehr und Lizenzkontrollen im Fokus der GGL

Branchenvertreter haben in diesem Zusammenhang kritisiert, dass die bestehenden Limits Spieler vermehrt in den grauen Markt abdrängen, weil dort höhere Einsätze und flexiblere Bedingungen angeboten werden, und sie verweisen dabei auf Marktanalysen, die zeigen, wie streng regulierte Angebote mit unregulierten Alternativen konkurrieren müssen.

Studien zu Risiken im grauen Markt

Studien, die von Forschungseinrichtungen wie dem European Union Drugs Agency und australischen Universitätsprojekten durchgeführt wurden, deuten darauf hin, dass im grauen Markt ein erhöhtes Suchtrisiko besteht, weil dort weniger Schutzmechanismen greifen und Spieler ohne Zugang zu Selbstsperrsystemen oder Limitkontrollen agieren, und diese Erkenntnisse fließen nun in die Überlegungen der GGL ein, um den regulierten Bereich weiter abzusichern.

Beobachter aus der Glücksspielbranche weisen darauf hin, dass die GGL ihre Forderungen mit konkreten Umsetzungsplänen verbindet, die bis Ende 2026 schrittweise realisiert werden sollen, und sie betonen die Notwendigkeit, technische Schnittstellen zwischen Anbietern und Behörden zu optimieren, damit Sperrlisten und Transaktionskontrollen reibungslos funktionieren.

Ausblick auf weitere Entwicklungen

In den kommenden Monaten werden zusätzliche Konsultationen mit Zahlungsdienstleistern und Verbänden erwartet, bei denen Details zu den neuen Kontrollmechanismen ausgearbeitet werden sollen, und die GGL plant, erste Ergebnisse dieser Gespräche in ihren nächsten Quartalsberichten zu veröffentlichen, um Transparenz über den Fortschritt zu schaffen.

Schlussfolgerung

Die aktuellen Initiativen der GGL unterstreichen den Fokus auf eine konsequente Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021, wobei die Kombination aus verbessertem OASIS-System, strengeren Zahlungsblockaden und flexiblen Limits als zentrale Elemente eines umfassenderen Schutzkonzepts dienen, und die Verknüpfung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Suchtrisiken im grauen Markt liefert dabei die faktische Grundlage für die geplanten Schritte.